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am 14. April

Warum Ampeln ticken und Böden Rillen haben sollten

Lisa Nina Kauba - Akustische Ampeln und Taktile Leitsysteme sind wichtige Orientierungshilfen in der Stadt. Sie machen den Straßenverkehr sicherer. Und zwar für alle.

Schon als Kinder lernen wir: links- rechts- links schauen, und wenn kein Auto kommt, können wir die Straße queren. Zusätzliche Zebrastreifen und Ampeln machen den Straßenverkehr für Fußgeher*innen noch sicherer und einfacher. Und auch die Autofahrer*innen profitieren davon, denn sie können dadurch besser abschätzen, wo und ob jemand die Gehsteigseite wechseln wird. Doch was, wenn ein visuelles Signal nicht ausreicht?

Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb dies der Fall sein kann. Menschen mit Sehbehinderungen, Blindheit, oder auch jene, deren Sehkraft im Alter schlechter geworden ist, können sich an einer reinen Lichtampel oft nicht ausreichend orientieren. Sie benötigen hörbare und tastbare Zeichen, um sicher und einfach die Straßenseite zu wechseln und sich im öffentlichen Raum selbstbestimmt bewegen zu können. Kinder, oder Menschen, deren Konzentration nach einem langen Arbeitstag nachlässt, können aber ebenso einen Nutzen aus den zusätzlichen Orientierungshilfen ziehen. Denn Hand auf´s Herz, wer hat nicht schon einmal an einer Ampel wartend ins "Narrenkastl" oder Handy geschaut, und einfach nur aufs Tock-Tock-Tock gewartet.

Hier haben wir ein paar Infos zusammengetragen, auf die ihr bei eurem nächsten Spaziergang achten könnt.


Bedarfsampel vs. akustische Ampel


Zuerst einmal ist es wichtig eine Bedarfsampel von einer akustischen Ampel zu unterscheiden. Eine Bedarfsampel ist eine Lichtampel, die immer auf Rot steht, außer wenn sie durch einen Taster bei Bedarf ausgelöst wird. Dann erst kommt es zu einer Grünphase. Eine akustische Ampel hingegen ist mit der Lichtampel verbunden und gibt zwei voneinander unterscheidbare akustische Signale aus. Das Orientierungssignal soll die Ampel auffindbar machen und das Freigabesignal zeigt die Grünphase an. Die akustische Ampel sollte, wenn möglich, nur ausgelöst werden, sobald sie benötigt wird. Denn häufiges Schalten kann ihre Lebensdauer verkürzen, und eine Reparatur oder Ersatz nötig machen.



Akustische Ampeln ("Blindenampel")

Bei einer akustischen Ampel muss das akustische Signal laut genug sein, sodass es bis zu Straßenmitte gehört wird. Von der Mitte aus sollte man nur mittels ihrer Geräusche wieder auf beide Gehsteige finden können. Das muss natürlich an den Geräuschpegel der jeweiligen Straße angepasst werden. Außerdem muss sie mittels Taster vor Ort schaltbar sein. Sodass alle die sie benötigen, sie auch verwenden können. Manche modernen akustischen Ampeln haben auch eine zusätzliche Funkauslösung. Dabei werden sie mittels eines Chips oder Euro-Keys, der bei Bedarf beantragt werden kann, ausgelöst. Das ist vor allem bei einer Nachtabschaltung der Ampel wichtig. Auf dem Ampeltaster (das kleine Kästchen an der Ampelstange) wird in tastbaren Symbolen die Straße dargestellt. Es wird angezeigt wieviel Spuren die Straße hat, ob auch Gleise überquert werden müssen und ob in der Mitte eine Verkehrsinsel liegt.


Taktile Bodeninformationssysteme (kurz TBI, "Blindenleitlinien")

Überall im öffentlichen Raum bewegen sich Fußgeher*innen. Dieser sollte also so gestaltet sein, dass alle sich einfach und schnell darin zurechtfinden. Für Menschen mit Sehbehinderungen muss es also Orientierungshilfen geben, die hörbar oder tastbar sind. Als tastbare Fixpunkte können Gebäude, Gehsteigkanten und sogenannte taktile Boden­informationssysteme dienen. Letztere werden oft mit TBI abgekürzt, oder auch "Blinden­leitlinien" genannt. Diese sollten im Idealfall an jeder Straßenecke (vom Gebäude zum Fußgeher*innen-Übergang reichend), auf Plätzen, Parks und in Stationen der öffentlichen Verkehrsmittel angebracht sein. Also überall dort, wo man zu Fuß geht, und keine anderen tastbaren Geländeeigenschaften vorhanden sind.

Es ist auch wichtig, dass ein solches TBI zur akustischen Ampel führt. Dort muss sie den Ort des Tasters, den Beginn der Straße, und die Richtung angeben, in welche die Person, die sich daran orientiert, gehen muss, um auf die andere Straßenseite zu gelangen. Sie darf darum nicht schräg zum Gehsteigrand verlaufen, sondern in einem rechten Winkel zur Straße, die überquert werden soll.



Wir alle könnenbeitragen die Stadt bequemer, sicherer und lebenswerter zu gestalten.

Vielleicht fällt euch beim nächsten Spaziergang oder Weg zur Arbeit auf, dass eine akustische Ampel ausgefallen ist, oder gar an einer großen, wichtigen Kreuzung einfach fehlt. Vielleicht merkt ihr am Weg zur U-Bahn oder Bim-Station, dass Bodenleitlinien fehlen oder vorhandene Leitlinien einer Reparatur bedürfen. In jedem Fall ist es super, wenn es euch auffällt. Meldet diese Dinge der Stadt oder dem Bezirk, oder auch an eure Bezirksrätinnen und Bezirksräte. Das geht ganz einfach mit der Sag´s Wien App, oder via Mail. (FN: Die Links dazu findet ihr unten) Denn wenn wir alle ein bisschen mithelfen, dann können wir gemeinsam unsere Stadt so gestalten, dass sie schöner, sicherer und barrierefreier wird. Das trägt zu unser aller Lebensqualität bei und wir können das Leben in der Stadt gemeinsam genießen.

Links:

Sag’s Wien App: https://www.wien.gv.at/sagswien/

Ampelausfall melden: https://www.wien.gv.at/verkehr/strassen/einrichtungen/beleuchtung/lichttelefon.html

Infos zu akustischen Ampeln der Stadt Wien (inkl. Hörprobe der Signale): https://www.wien.gv.at/verkehr/ampeln/signale/