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am 8. November 2020

Wie geht es dem Blauen Wasser?

Andreas Fritsch - Niedriger Wasserstand und Algen haben Sorgen über den Zustand des Donau-Altarms geweckt. Wir haben uns im Rathaus dazu erkundigt.

Vollständiges Austrocknen nicht zu erwarten


Das Blaue Wasser ist ein 57 Hektar großer geschützter Landschaftsteil nahe des Alberner Hafens, welcher im Eigentum der Stadt steht. Niedrige Wasserstände und starke Algenbildung sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für Besorgnis bei Anrainer*innen, Fischer*innen und Besucher*innen. Eine entsprechende Anfrage der Grünen Simmering an die zuständige Stadträtin Ulli Sima brachte nun einige Antworten auf drängende Fragen:

Das Blaue Wasser ist aktuell ein Augewässer. Wie bei allen Augewässern, welche vom Hauptstrom abgetrennt sind, ist das Gewässer einem natürlichen Verlandungsprozess unterworfen. An der tiefsten Stelle hat das Blaue Wasser bei einem Wasserstand von 252.8 m ü. A. (Meter über Adria) eine Tiefe von 5 m, bei einer mittleren Tiefe von etwa 3 m.

Altarmsysteme sind vom Abflussgeschehen im Hauptgewässer geprägt. Bei Niederwasser in der Donau ist auch der Wasserstand im Blauen Wasser niedrig, bei hohem Donauwasserstand steigt auch der Wasserstand im Blauen Wasser, da die beiden Gewässer sowohl über das Grundwasser als auch oberflächlich über den Alberner Hafen verbunden sind. Generell sind Pflanzen und Tiere in Altarmen an die wechselnden Verhältnisse angepasst. Auch in der Natur können Augewässer temporär immer wieder ganz austrocknen.

Über längere Zeit ändern sich je nach Alter des Gewässers und dem Grad der Verlandung auch Flora und Fauna. Prinzipiell können mobile Tiere (insbesondere Fische) bei ungünstigen Verhältnissen auch in den Alberner Hafen und die Donau ausweichen. Ein vollständiges Austrocknen des Blauen Wassers ist wegen seiner Tiefe und Morphologie aber nicht zu befürchten.


Fische sind nicht gefährdet


Eine Gefährdung für den Fischbestand ist derzeit nicht gegeben. Messungen haben gezeigt, dass im Gewässer auch in tieferen Bereichen ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Zudem führt das bei niedrigem Donauwasserstand verstärkt zufließende Grundwasser zu relativ niedrigen Wassertemperaturen, sodass derzeit keine akute Gefährdung für die Fauna, insbesondere den Fischbestand gegeben ist.

Aufgrund von Maßnahmen für den Wiener Hochwasserschutz musste zwischen Alberner Hafen und Blauem Wasser eine temporäre Baustraße errichtet werden. Nach Fertigstellung aller Hochwasserschutzmaßnahmen wird die Baustraße wieder entfernt und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.

2015 gab es Medienberichte, wonach die Feuerwehr Wasser in den Altarm pumpen würde. Dies wird von der Stadt Wien dementiert.​